Lebensqualität mit Garten. Wohnprojekte und ihre Grünkonzepte

Der hohe Stellenwert, den eine grüne Wohnumgebung hat, drückt sich bei Wohnprojekten meist in vielfältigen Wünschen für Gärten, bepflanzte Balkons oder Gewächshäuser aus. Doch in der modernen verdichteten Wohnumgebung gibt es dafür oft nur sehr eingeschränkt Platz. Für Zierpflanzen oder die eigene Produktion von Gemüse entwickeln Projekte des gemeinschaftlichen Wohnens deshalb meist schon in der Planungsphase vielfältige Ideen.

Beim Wohnprojekttreffen waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig, dass neben den räumlichen und planerischen Voraussetzungen auch eine wichtige psychologische Voraussetzung gegeben sein muss: die Bewohnerschaft muss bereit sein, dauerhaft Verantwortung für die Pflanzen zu übernehmen. Denn Grünpflege ist arbeitsintensiv. Und ein Nachlassen der Bewässerung oder der Bodenpflege kann die Anlagen und deren Lebendigkeit schnell ruinieren.

Der enge soziale Kontakt in einem Wohnprojekt ist allerdings eine gute Voraussetzung für die Integration und Langlebigkeit grüner Konzepte in die Gebäudekonzeption. Parallelen zeigten sich beim Wohnprojekt-Treffen zu Initiativen, wie sie auch in Luxemburg inzwischen vielfach im öffentlichen Umfeld zu finden sind. Quartiersbewohner übernehmen dabei die Pflegen kleiner Gartenparzellen, die in Parks oder anderen kleinen Grünflächen meist von der öffentlichen Hand und den Gemeinden zur Verfügung gestellt werden. Der Ausgleich für die persönliche Lebenssituation in einer an Grün armen oder gar von Steinen und Kies geprägten Grundstücksgestaltung erzeugt eine hohe Bereitschaft, auch dauerhaft die nötige Arbeit für die Gartenpflege übernehmen zu wollen.

In Wohnprojekten wird das direkt ins Bauwerk integriert, wobei die technischen und gestalterischen Möglichkeiten ein weites Spektrum abdecken können. Es reicht von der grosszügigen Bereitstellung von bepflanzbaren Bereichen auf Balkons, Laubengängen oder der Grundstücksumgebung bis zu professionellen Anlagen für die Gemüseproduktion.

Bei der Veranstaltung herrschte weitgehend Einigkeit in der Auffassung, dass Wohnprojekte nur selten die Möglichkeit haben werden, über genug Raum für die professionelle Produktion von Nahrungsmitteln zu verfügen. Auch das Fachwissen für deren Betrieb fehlt meist im Projekt. Die Grenze wird deshalb dort liegen, wo es über die Selbstversorgung hinausgeht und spezielle Techniken für Bodenbearbeitung, Klimatisierung oder optimierte Vertriebssysteme benötigt werden. Nur dann, wenn regelrechte landwirtschaftliche Flächen im Aussenbereich zur Verfügung stehen, wird sich an einen auch wirtschaftlich tragfähigen Betrieb denken lassen.

Für Wohnprojekte kommen daher in den meisten Fällen eher Lösungen in Betracht, bei denen die grüne Gebäudegestaltung gleichzeitig Aufgaben für den sozialen Kontakt, die Freizeitgestaltung und die Verbesserung des Gebäudeklimas übernimmt.